Vorbereitung ist alles

Regenwasser des Winters über Dachrinnen sammeln, um eine Wasserreserve im trockenen Sommer zu haben, wenn Klimagefahren und Hitze uns das Leben schwer machen. Regenwasser in Zisternen sammeln… Zur Zeit befinden wir uns in der heißen Phase des Sommers 2025. Klimabedingte Hitzewellen aus Afrika mit Temperaturen um die 40 Grad Celsius, die sich in Hochs alle zwei bis drei Wochen und in Intervallen mit Tiefs und kühleren Phasen ablösen und Luftmassen von Nordeuropa in sturmartigen Winden nach Portugal schicken, machen ein Leben unter friedlichen Wetterbedingungen unmöglich. Der Klimawandel hat uns voll im Griff. Ein Streichholz im Wald, eine weggeworfene Wasserglasflasche, schon eine Scherbe aus sogenanntem Weißglas können einen Waldbrand auslösen, der verheerende Folgen für das Leben von Mensch und Tier, für den Wald und die Landwirtschaft bereit hält. Unachtsamkeit ist das Motiv Nummer 1 unter den Gründen für Waldbrände: eine weggeworfene Zigarettenkippe oder ein Unfall mit einem KFZ und einem brennenden Auto, oder ein simples BBQ im Wald. Ursachen für Waldbrände gibt es viele und der Vorsatz, ein Feuer zu legen, ergänzt die Palette von absurden Gründen.

Sommerzeit im Süden ist oft Partyzeit. Urlauber trinken viel Alkohol, es wird getanzt und die Risiken für Waldbrände steigen. Man lässt es krachen. Die Achtsamkeit für die Waldbrandgefahren sinken. Die heiße Phase des Sommers ist auch immer die Trockenzeit, die erst mit dem Regen im Oktober endet.

Wir von ECO123 haben fünf Waldbrände zwischen 1991 und heute in Monchique durchgestanden und auf dieser Erfahrungsbasis Wissen gesammelt und vereint. Durch unser Engagement im Naturschutz, wir pflanzen einen Botanischen Waldgarten, kamen wir 2020 auf eine Idee, die wir WetNet getauft haben. Bevor wir neue, heimische Baumarten pflanzen, haben wir ein Schutzsystem für diese Bäume konzipiert und im entstehenden Wald installiert, denn wir wollen verhindern, daß der neue Wald wieder einem der nächsten Waldbrände zum Opfer fällt. Das war unser Plan. Was muß das Schutzsystem können? Es muss das Feuer auf Distanz halten und davon abhalten, die neugepflanzten jungen Bäume zu zerstören. WetNet muss den Waldboden nass machen und die Luftfeuchtigkeit in der Atmosphäre signifikant hoch halten. Ganz sicher muss WetNet aus feuerfestem Stahl gefertigt sein und die PET-Rohre müssen in der Erde, also unterirdisch verlegt werden. Dort, wohin sie das Wasser transportieren und in einer Fontaine in den Wald spritzen, müssen sie aus feuerfestem Material gefertigt sein. So haben wir auf einem drei Hektar großen Grundstück ein Schutzsystem installiert, das uns circa 10.000 Euro gekostet hat. Das Geld haben wir durch eine Crowdfunding-Kampagne eingeworben und voll über Abonnemnts und Werbung als Gegenleistung finanziert. ECO123 hat keine staatlichen Zuschüsse beantragt!

Jeden Samstag um 10 Uhr stellen wir WetNet an und lassen es 15 Minuten zur Probe regnen. Das System muss regelmäßig gewartet und somit auch erprobt werden. Falls Sie Interesse haben sollten, sich dieses Sprinklersystem einmal selbst genauer anzuschauen, sind Sie herzlich eingeladen. Wir geben Ihnen eine Führung durch den noch jungen Botanischen Waldgarten von Caldas de Monchique und zeigen Ihnen WetNet. Bringen Sie eine Stunde Zeit mit und ein Handtuch, denn Sie werden sich nach der Führung abtrocknen müssen …

Uwe Heitkamp (65)

ausgebildeter Fernsehjournalist, Buchautor und Hobbybotaniker, Vater von zwei erwachsenen Kindern, kennt Portugal seit 35 Jahren, Gründer von ECO123.
Übersetzer: Dina Adão, John Elliot, Patrícia Lara

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